Willkommen Mountainbiker!

Willkommen Mountainbiker bei den Mountainbike-Trail Beschreibungen aus dem Allgäu, Tannheimer Tal,  Kleinwalsertal und Lechtal!

Wir stellen für Mountainbiker die interessantesten MTB-Singletrailpassagen mit aktuellen Zustandsbeschreibungen und GPS-Tracks (gpx, kml) zur Verfügung.

Einheimische und Cracks kennen sicher einige davon. Keiner kann alles kennen, oder? Aber alle gemeinsam kennen wir alles :-) Gerne dürft Ihr Eure Anregungen und eigenen Beobachtungen beitragen.

Viel Spaß und Happy Trails, Harald

MTB Auerbergmarathon

MTB-Auerberg-Marathon zum Saisonbeginn.

Am 12.5.2013 findet der alljährliche MTB-Auerberg-Marathon statt. Start für die ca. 700 Teilnehmer ist in Kaufbeuren an der FOS.

Die Strecke hat eine Länge von 61,2 km und überwindet ca. 940 Höhenmeter.

Ausserdem gibts noch einen Kids-Marathon mit 1,3 bzw. 4,3 km

Je früher Ihr Euch anmeldet, desto geringer die Startgebühr.

Viel Spaß und Erfolg beim MTB-Auerberg-Marathon

Pfarralpkönig MTB-Rennen

Starterfeld

Pfarralpkönig MTB-Rennen – vom Geheimtipp zum Klassiker

Der Pfarralpkönig begann mit einem kleinen Starterfeld von 40 Mountainbikern. Mittlerweile hat sich die Veranstaltung zu einem Event mit knapp 200 Teilnehmern gemausert. Sowohl ambitionierte Mountainbiker als auch Hobby-MTBler begeistern sich für das Rennen mit Flair.

MTB Uphill Rennen Pfarralpkönig Missen

Starterfeld

Es gibt drei Strecken:

  • Pfarralpkönig mit 23 Kilometer und 650 Höhenmeter,
  • Kinder-Pfarralpkönig mit 5 Kilometer und 150 Höhenmeter

letzter Termin: 5. Oktober 2013
Meldeschluss online 4.10.13
Jährlich nehmen ca. 180 Mountainbiker teil.

Die Siegerehrung mit Einkehr findet in der Pfarr-Alpe statt. Susa und Ludwig bewirten Euch gar “königlich” :-) Meist ist der Kuhstall mit den Athleten und ihren Fans bis zum Bersten gefüllt. Was aber weder der Stimmung der Gäste noch der Ruhe der Wirte Abbruch tut. Auch der Biergarten und die Wiese werden für die After-Pfarralpkönig-Party genutzt.

Info und Anmeldung zum MTB-Uphill Rennen Pfarralpkönig.

Sponsoren aus dem Allgäu: faszinatour, Kiwi Connection, Brauerei Gasthof Schäffler und weitere …

Wer von Euch war schon mal dabei? Wie waren Eure Eindrücke?

MTB Bike Guide Comer See – Autoreninterview

Monte Legnoncino Bike Guide Comer See Tour 13

Bike Guide Comer See – Gespräch mit Annette und Rainer Kälberer

Der Bike Guide Comer See ist in Zweitauflage erschienen: es gibt viele Mountainbike Guides. Viele Gute, viele weniger Gute. Die Guten zeichnen sich durch liebevolles Feintuning einer ersten Tourenidee aus. Meist benötigt es mehrere Planungssitzungen an PC und Karte und mehrere Befahrungen, bis eine Mountainbiketour entstanden ist, die ein Rundum-Erlebnis vermitteln kann. Egal, wie hoch der technische oder konditionelle Anspruch dabei ist.

Zwei Macher eines solch wertvollen Führers haben wir heute im Interview. Annette und Rainer Kälberer. Die Autoren des MTB Bike Guide Comer See.

MTB Bike Guide Comer See, Bergverlag Rother

Bike Guide Comer See,, 2. Auflage von Rainer Kälberer

Annette und Rainer leben in Konstanz und sind Mountainbiken und Autoren aus Leidenschaft. Sie haben viel Herzblut und Zeit investiert. Das ließ sich gut mit dem vorgezogenen Ruhestand von Rainer vereinbaren.

Kälberer Annette und Rainer Bike Guide Comer See

Die Autoren Annette und Rainer Kälberer

Sie haben uns einiges verraten hinsichtlich ihrer Einstellung zum Biken und von ihren Erfahrungen als Mountainbike Guide-Autoren. Lest selbst – viel Vergnügen:

MTB Allgäu: Annette und Rainer, was bedeutet Mountainbiken für Eure Lebensqualität?

Annette: Es ist nicht ganz einfach, zu beschreiben, was Mountainbiken für uns bedeutet, auf jeden Fall mehr als rein sportliche Betätigung …

Mountainbiken ist die ideale Art, die Bergwelt und die Natur zu erleben und zu erkunden. Mountainbiken hat viele Facetten: die Anstrengung (und manchmal die Qual) beim Uphill, das anschließende gute Gefühl, es geschafft zu haben, die darauf folgende Belohnung in Form einer schönen Trailabfahrt.

Rainer: Nicht zu vergessen die Beschäftigung mit dem Sportgerät und der Technik: Schrauben, pflegen, tunen, fachsimpeln, ein Bike selbst aufbauen − damit lässt sich mancher Schlechtwettertag füllen. Und natürlich die Fahrtechnik, Übung macht den Meister, und üben kann man überall und immer, auch und gerade im Winter.

Wichtig ist für mich auch, dass man beim Biken Gleichgesinnte trifft und neue Freunde findet, ist doch der ideale Mountainbiketag ein Biketag mit Freunden.

Rifugio Bietti, Grigne, Bike Guide Comer See

Rifugio Bietti, Grigne

MTB Allgäu: Welche Elemente muss eine gute Mountainbiketour für Euch haben?

Rainer: Für mich zählen zunehmend die fahrtechnischen Herausforderungen. Mit einer Tour nur auf Asphalt und Schotter kann man mich nicht locken, da kann die Aussicht noch so schön sein. Eine Tour ohne Singletrails ist für mich keine richtige Mountainbiketour! Und ein paar tricky Passagen und „Schlüsselstellen“ müssen schon dabei sein.

Annette: Singletrails sind das Salz in der Suppe, der Meinung bin ich auch. Meine Auffassung von einer guten Mountainbiketour ist geprägt von dem, was wir am Comer See vorgefunden und beschrieben haben: ein Uphill mit Ausblicken, einer Einkehrmöglichkeit oder einen schönem Rastplatz auf der Höhe und einem Singletrail-Downhill.

MTB Allgäu: Was hat Euch auf die Idee gebracht den MTB Bike Guide Comer See zu verfassen? Warum ausgerechnet Comer See?

Rainer: Seit den Achtzigerjahren fahren wir regelmäßig an den Comer See, zuerst nur zum Windsurfen, dann rückte mehr und mehr das Mountainbiken in den Vordergrund. 2006 wollten wir ein paar Alpencross-Freunde zum Biken an den Comer See locken und verschickten selbst verfasste Tourenbeschreibungen von den wenigen Bikestrecken, die wir kannten: ein voller Erfolg, unsere Freunde kamen und waren begeistert.

Annette: Daraus entstand die Idee, einen kleinen Bikeführer zu verfassen, gab es doch kaum etwas über die Comer-See-Region zu finden, das war der Startschuss für unsere Recherche und unsere Arbeit am MTB Bike Guide Comer See.

Aus dem, was zunächst nur als kleines Werk mit 13 Touren im Eigenverlag gedacht war, entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren der schließlich im Bergverlag Rother erschienene MTB Bike Guide Comer See, der in seiner ersten Auflage 30 Touren rund um den See beschrieb.

MTB Allgäu: Was waren Eure schönsten Erlebnisse?

Rainer: 2007 habe ich meinen Beruf als Zahnarzt aufgegeben, somit war die neue und ganz andere Aufgabe an sich schon ein „schönstes Erlebnis“: Touren erkunden, Unbekanntes probieren, die Begeisterung über unsere Entdeckungen …

Ein schönes Erlebnis war es auch, als wir 2009, wenige Tage, nachdem das Buch erschienen war, die ersten Biker getroffen haben, die mit unserem Bike Guide Comer See unterwegs waren.

Annette: Eines meiner schönsten Erlebnisse war unsere Erstbefahrung der Monte-Galbiga-Runde (Bike Guide Comer See: Tour 28). Es gab zwar Berichte über einen alten Militärweg und einen Tunnel, aber wir konnten uns nicht sicher sein, ob das fahrbar sein würde, allein der Blick vom See hinauf zur Bergflanke weckte große Zweifel. Als wir schließlich wieder am See ankamen, konnten wir es kaum fassen, dass ein solches Kleinod in Biker-Kreisen nicht längst bekannt war.

Mandello Bike Guide Comer See

Lago Biking

Andere schöne Erlebnisse: der Prachttag im August 2008, an dem wir uns auf den Weg hinauf zum Monte Legnone machten, das Glücksgefühl nach dem erstmaligen Meistern der S2-Sektion im oberen Teil der Legnoncino-Abfahrt, die nach unzähligen Anläufen endlich feststehende Streckenführung der Monte-Muggio-Tour …

Und dann gibt es die kleineren und größeren Pannen, die auch dazu gehörten, wie die endlose Plattfussserie am Tracciolino, das verlorene und wiedergefundene GPS-Gerät bei Pigra, den auf der Abfahrtsstrecke bei Margno versenkten Fotoapparat oder die erfolglose Brillensuche am Legnone.

MTB Allgäu: Was waren die größten Herausforderungen für Euch?

Rainer: Eine erste große Herausforderung war die Tourenauswahl. Längst nicht alles, was wir gefahren sind und versucht haben, findet sich in unserem Guide. Wir haben nur solche Runden aufgenommen, die wir gerne und mit Lust zwei- oder dreimal gefahren sind, was für eine gute Dokumentation nötig ist. An manchen Touren mussten wir lange feilen, bis sie uns „rund“ erschienen, andere haben wir schon nach dem ersten Versuch verworfen.

Texte verfassen, GPS-Aufzeichnungen machen und auf Karten übertragen, Wegpunkte eindeutig beschreiben, Höhenprofile anfertigen, Karten zeichnen und nicht zuletzt das Fotografieren waren weitere große Herausforderungen für uns „Laien“, besonders nachdem wir einen Verlag gefunden hatten und damit die Ansprüche an unser „Werk“ gewachsen waren.

Annette: Für mich kann das Einarbeiten in professionelles Desktop-Publishing dazu. Der Bergverlag Rother bot uns an, den MTB Bike Guide Comer See in Eigenregie zu setzen, eine Angebot, von dem ich gerne Gebrauch gemacht habe, hatten wir doch dadurch das Ergebnis in der eigenen Hand.

MTB Allgäu: Würdet Ihr so ein Projekt nochmal auf Euch nehmen?

Rainer: Ja, jederzeit, uns hat die Arbeit sehr viel Spaß gemacht.

MTB Allgäu: Kann ein “normaler” Biker, der im Berufsleben steht, den Zeitaufwand überhaupt leisten?

Annette: Ja, das ist durchaus möglich, unsere Autorenkollegen im Bergverlag Rother beweisen es. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass für zwei bis drei Jahre die Urlaube und ein nicht zu unterschätzender Teil der Freizeit diesem Vorhaben „geopfert“ werden muss.

MTB Allgäu: So ein Führer braucht nicht nur viel Zeit. Wie ist das finanzielle Risiko einzuschätzen?

Rainer: Ein finanzielles Risiko besteht nur dann, wenn das Buch in eigener Regie und auf eigene Kosten herausgebracht und vertrieben wird − die Kosten für die eigene Arbeit darf man natürlich nicht einrechnen.

MTB Allgäu: Habt Ihr eine Botschaft für alle potentiellen Nachahmer?

Annette: Zunächst einmal braucht es eine Idee: eine Gegend, die gute Möglichkeiten zum Mountainbiken bietet und die vielleicht noch nicht oder kaum beschrieben wurde. Was man sich auch überlegen sollte: Wie und für wen ist das Gebiet zu erreichen? Wo sitzen die potentiellen „Kunden“? Spätestens bei der Suche nach einem Verlag wird man sich diesem Fragen stellen müssen.

Rainer: Was man auch wissen sollte: Reich wird man nicht als Hobby-Autor eines Reiseführers. Das Motiv fürs Schreiben muss also ein anderes sein, welches genau, das muss jeder für sich entscheiden. Uns hat die Autorentätigkeit für den MTB Bike Guide Comer See Spaß gemacht und viel gegeben, auch wenn es zeitweise etwas stressig war. Und die durchweg positive Resonanz auf unser Buch ist für uns die schönste Bestätigung für unsere Arbeit.

Monte Legnoncino Bike Guide Comer See Tour 13

Monte Legnoncino, Tour 13

MTB Allgäu: Habt Ihr sonst noch Lieblingsreviere oder –touren, außer denen am Lago di Como?

Rainer: La Palma, Ligurien, Gardasee, Graubünden, Engadin, Livigno, ein Mini-Alpencross von Bad Ragaz an den Comer See − wir waren dieses Jahr an einigen der schönsten und bekanntesten Bikedestinationen unterwegs, so dass es schwerfällt, ein eindeutiges Lieblingsrevier oder gar eine Lieblingstour zu benennen. Was uns sehr wichtig ist: Wir möchten als Mountainbiker das Gefühl haben, in der Region willkommen zu sein, was nicht überall der Fall ist. In Baden-Württemberg haben wir bekanntlich mit Vorurteilen seitens mancher Wanderer, geschürt durch die 2-m-Regelung, zu kämpfen, und auch auf unseren Haustrails in der Ostschweiz haben wir öfter den Eindruck, dass man uns Mountainbiker am liebsten vergrämen würde.

Annette: Ein Lieblingsrevier außer unserem „Heimrevier“ am Comer See kann ich auch nicht benennen, aber zwei Lieblingstouren verrate ich gerne:

Im August waren wir unterwegs am Griespass/Passo San Giacomo (Gotthardgebiet) auf einer Runde in spektakulärer Hochgebirgslandschaft mit fordernden, aber zum größten Teil gut fahrbaren Trailabfahrten, eine Supertour, die ich bestimmt noch einmal fahren werde.

Die Pischa-Trail-Runde bei Davos war unser Saison-Abschluss: praktisch nur auf Trails, sowohl bergauf als auch bergab, teilweise tricky und fordernd, genau so, wie wir es mögen. Dazu eine Traumlandschaft, die knapp unter uns liegende Hochnebelgrenze, alle Klischeevorstellungen vom „goldenen Oktober“ waren erfüllt …

Kälberer Annette und Rainer auf dem Pischa-Trail

Die Autoren auf dem Pischa-Trail bei Davos

Von solchen Touren und Erlebnissen kann man dann an den langen Wintertagen träumen, auch das macht die Faszination des Mountainbikens aus.

Annette, Rainer – das hat Spaß gemacht mit Euch. Vielen Dank für die Einblicke, die Ihr uns gewährt habt. Weiterhin viel Erfolg mit Eurem Mountainbike Guide Comer See. Die zweite, überarbeitete Auflage (Kurz-Rezension des Bike Guide Comer See) findet sicher ebenso schönen Anklang in der Mountainbike-Gemeinde, wie die Erste.

Wie Tourentage am Lago di Como aussehen können, kann man am Beispiel des Berichtes MTB Lago di Como – Saisonabschluss DAV Oy/Allgäu nachlesen. Unter anderem auch mit einer Tour von Kälberers.

Happy Trails

Matthias Laar im Interview mit MTB Allgäu Trails

Mathias Laar, Bundeslehrteam Mountainbiken des Deutschen Alpenverein

Matthias Laar, Bundeslehrteam MTB des Alpenverein

Matthias Laar ist sehr aktiv im Bundeslehrteam Mountainbiken des Deutschen Alpenverein. Und seit kurzem Co-Autor des Buchs “Richtig Mountainbiken”.

Matthias war so freundlich, uns einige neugierige Fragen zu sich zu beantworten.

Mathias Laar

Mathias Laar

MTB-Allgäu: Matthias, Du bist ein Mann der ersten Stunde beim Bundeslehrteam Mountainbike. Wie kam es dazu? Wie ist das Lehrteam entstanden?

Matthias Laar: Genau genommen ist das nicht ganz korrekt. Ich bin zwar mittlerweile im Lehrteam der Dienstälteste, bin aber erst 2001 (Gründung 1998) zum Lehrteam gestossen. Wirkliche Gründungsmitglieder waren meine Co-Autoren des ersten Alpinlehrplanes Mountainbiken (Hermann Böhler, Christoph Ebert, Axel Head). Hermann Böhler war bereits im Ausbildungswesen des DAV seit Jahren tätig und zudem Leiter der Radsportausbildung an der Fakultät für Sportwissenschaften der TU München. Axel und Christoph waren zu dieser Zeit Studenten unter Hermann Böhler. Durch die außergewöhnlichen Kompetenzen der Drei wurde das Pilotprojekt einer fächerübergreifenden Fortbildung im Alpenverein initiiert – das war 1999. Der Erfolg war so groß, dass 2001 der erste Ausbildungsgang zum Fachübungsleiter MTB gestartet wurde.
Damals wurde ich von Axel Head für das Lehrteam vorgeschlagen. Dann durchlief ich den noch heute üblichen Weg: Ein Jahr Hospitation und anschließend offizielle Aufnahme als Teamer.
Die Lehrteamserweiterung war der kontinuierlich steigenden Nachfrage geschuldet.

Matthias Laar : Hoppala

Hoppala, Matthias ;-)

Wer und was hat Dich überzeugt, dort einzusteigen und jahrelang mitzumachen?

Wie gesagt: Axel Head hat mich für das Team vorgeschlagen. Und für mich war es die ultimative Gelegenheit meiner Leidenschaft eine berufliche Richtung zu geben. Für mich war es damals eine unsagbare Ehre. Was mich seit Anfang an bis heute motiviert im Lehrteam zu arbeiten, ist die Tatsache, dass ich das didaktische Konzept einer kompletten Ausbildung mitbeeinflussen konnte/durfte – der DAV gab und gibt uns hier sehr freie Hand, wofür ich sehr dankbar bin. Abgesehen von diesem Aspekt arbeite ich einfach für mein Leben gern mit Menschen, die ihre sportliche Leidenschaft mit mir teilen.

Wie haben sich Dein Studium und die Lehrteamtätigkeit gegenseitig befruchtet? Wie hat Dich beides auf Deine derzeitige berufliche Aktivität vorbereitet?

Als ich zu Lehrteam gestossen bin, war ich noch (spätberufener) Student. Ich hatte jedoch bereits eine Vollzeitausbildung zum staatl. gepr. Sport- & Gymnastiklehrer absolviert, von der ich aus didaktisch-methodischer Sicht, sehr stark für meine DAV-Tätigkeit profitiert habe. Außerdem hatte ich bereits Erfahrung als professioneller Bikeguide bei Club Robinson und aktiver Radsportler.
Das Studium gab mir dann noch die wissenschaftliche Ausrichtung, die mir in meiner sportlichen Ausbildung noch fehlte.
Wenn ich es auf den Punkt bringen soll, wie diese ganzen Aspekte voneinander profitiert habe, würde ich es so formulieren: Ich habe gelernt fundierte, didaktische Konzepte zu entwickeln, mich vor Menschen hinzustellen und Ihnen diese praxisnah und effektiv zu vermitteln, ohne dass die Freude daran auf der Strecke bleibt. Ob mir das auch gelingt, dazu muss man meine Teilnehmer und Kunden befragen. Genau dies ist auch für meine derzeitige berufliche Tätigkeit relevant.

Matthias Laar, Skriptstudium

Matthias Laar beim Skriptstudium fürs Einsteigerbuch

Was macht jemand, der wohl in vieler Leute Augen sein Hobby zum Beruf gemacht hat, als Hobby?

Coole Frage. Ist das blöd, wenn ich sage: Radfahren!? Neben dem Radfahren betreibe ich natürlich auch noch andere Sportarten, wie Laufen, Ski-LL, Motorradfahren, Klettern, etc.

Matthias Laar, immer hilfbereit

Matthias Laar, immer hilfbereit

Sicher finden viele einen Werdegang wie Deinen erstrebenswert. Was würdest Du ihnen auf den Weg geben?

Ich für mich kann sagen, dass ich meine Arbeit mit extrem viel Freude mache. Aber ich habe auch das Glück, dass mein Umfeld mich bei meiner Arbeit unterstützt. Ich arbeite nicht selten über 80 Stunden in der Woche und bin in der Summe mehrere Monate im Jahr nicht zu Hause. Wer in der “Sport- und Freizeitbranche” arbeiten will, muss sich darüber im Klaren sein, dass er seine Freunde und Lieben an Wochenenden, Ferien , etc. oft nicht sieht. d.h. es bleiben viele alltägliche Dinge entweder am Partner hängen oder man opfert für diese Dinge dann seine wenige Freizeit. Und übrigens: Millionär wird man auch nicht… ;-)

Auf diesen Internetseiten geht’s ja um’s Mountainbike – wo siehst Du die Trends für die Sportart im Allgemeinen und was hälst du davon?

Im Moment sehe ich verschiedene Trends im Bikebereich. Sei es technische Entwicklungen wie 650B und Twentyniner, wie auch E-Mountainbikes. Aber auch die Disziplinen oder Facetten des Bikesports entwickeln sich weiter. Hier fallen mir z.Zt. die Enduro-Wettkämpfe und das “Bike-Bergsteigen” auf. Ich denke, alle Strömungen bringen etwas Gutes, aber auch Nachteiliges mit sich. Eine Pauschalmeinung kann ich dazu nicht wirklich beitragen, da für all die Entwicklungen viele Grauabstufungen zwischen dem Schwarz oder Weiß existieren. Ich würde vorschlagen, wir schauen es uns an, wie es mit unserem Sport weitergeht. Die Gesamttendenz sehe ich äußerst positiv!

Matthias Laar, Waschbrett-Man

Matthias Laar, Waschbrett-Man

Danke, Matthias Laar, für das Interview. Weiterhin viel Freude und Erfolg bei Deinen vielen Tätigkeiten in und um den Outdoor-/Mountainbikebereich.

Happy Trails

Verena Stitzinger im Interview

Verena Stitzinger, Bundeslehrteam MTB des Alpenverein

Verena Stitzinger aus Füssen bietet Einblick in ihr vielschichtiges und abwechslungsreiches Leben und Arbeiten rund ums Thema Mountainbike und Berge.

Sie ist schon immer den Bergen sehr verbunden, wie übrigens auch der Rest der Familie. Verena hat ihren sportlichen Schwerpunkt aufs Mountainbiken gelegt und darauf ihre selbständigen Tätigkeiten aufgebaut. Verena war so freundlich, uns einige neugierige Fragen zu beantworten.

Verena Stitzinger, Bundeslehrteam Mountainbike, Alpenverein

Verena Stitzinger, Bundeslehrteam Mountainbike

MTB-Allgäu: Verena, Du betreibst ein eigenes Outdoor-Unternehmen. Was war Euer Antrieb, in das schwierige Geschäft einzusteigen?

Verena Stitzinger: Pure Leidenschaft! Wirklich. Wir – mein Mann und ich – haben das zunächst ja nebenbei gemacht. Es hat uns einfach so viel Spaß bereitet, mit anderen MTBikern unterwegs zu sein oder ihnen neue Bewegungen zu vermitteln. Mit der Zeit wurde die Nachfrage immer größer und wir mussten andere Engagements und Verpflichtungen herunterfahren. Mittlerweile arbeiten wir beide im Sommer beinahe 100 Prozent als Mountainbike-Techniktrainer und Guides.

Verena Stitzinger

Verena Stitzinger on Trail

Was sind die Erfolgsfaktoren? Welche Fehler kann man vermeiden?

Ich denke, für den Erfolg ist es sehr wichtig, dass man nicht mit falschen Vorstellungen an die Sache herangeht. Ein Guide kann in den allerwenigsten Fällen Touren führen, die ihn persönlich am meisten reizen!!! Darum geht es meiner Ansicht auch nicht. Wer sich erhofft, eigene Ziele zu erreichen, achtet viel zu wenig auf jene, die sich ihm oder ihr anvertraut haben. Es geht darum, die Tour oder das Training optimal für die Teilnehmer zu gestalten. Echte Dienstleister-Qualitäten sind hier gefragt! Und wer seine Sache gut macht, wird mit der Zeit immer mehr begeisterte Gäste haben – und das verstehe ich unter Erfolg.

Neben der Selbstständigkeit engagierst Du dich sehr im Bundeslehrteam Mountainbike des Alpenverein. Ist das mit hohem Aufwand verbunden?

Ja, das Engagement im Bundeslehrteam ist schon ein Aufwand. Da sind einerseits die Lehrgänge – wir Teamer haben da unterschiedlich viele Einsatztage – je nachdem wie viel Zeit wir in dem jeweiligen Jahr aufbringen können. Dazu kommen dann noch viele Bürotage für Vor- und Nachbereitung, Aktualisierungen oder Erstellung von neuen Inhalten. Denn die Fachübungsleiter-Ausbildung wird von uns ständig weiterentwickelt.

Verena Stitzinger mit Gruppe auf La Palma

Verena Stitzinger mit Gruppe auf La Palma

Welche Qualitäten sollte man mitbringen, wenn man nicht nur Fachübungsleiter werden möchte sondern mit dem Gedanken spielt sich im Lehrteam zu engagieren?

Unsere Ausbilder im DAV zeichnen sich alle durch ganz unterschiedliche, spezielle Fähigkeiten aus. In meinen Augen macht genau das ein starkes Team aus: Wenn wir alle unsere Stärken vereinen, haben wir einen sehr großen Pool an Wissen und Fertigkeiten. Wir haben unsere studierten Sportwissenschaftler, die methodisch-didaktisch sehr firm sind. Daneben haben viele einen besonders fundierten pädagogischen, alpinen oder naturwissenschaftlichen Hintergrund. Ganz nebenbei sind sie natürlich alle souveräne Mountainbiker.

Verena Stitzinger auf La Palma

Verena Stitzinger auf La Palma

Verena Stitzinger, wie bringst du Familie, Hauptberuf, Lehrteam, Autorentum, Firma und all die anderen Dinge so unter einen Hut, dass Du ganz privat auch Zeit fürs Gebirge hast?

Keine Ahnung! Ich bin halt eine typische Selbständige. Mit 40 Wochenstunden würde ich all meine Engagements niemals bewältigen. Aber das passt schon so für mich, dafür bin ich sehr flexibel. Ich mach dann einfach mal eine Nachtschicht am PC – und kann dafür bei schönem Wetter einen Vormittag MTBiken gehen ;-)

Magst Du uns ein Fazit zu Deinen vielschichtigen Outdooraktivitäten geben und einen kurzen Ausblick, was Du in den nächsten Jahren dabei noch für Ziele anvisierst?

Abwechslung ist extrem wichtig für mich! So schön das MTBiken ist – ich würde nie das ganze Jahr über radeln wollen. Deshalb bin ich sehr froh, dass bei uns im Winter Schnee liegt. Seit Jahren arbeite ich für die Skifirma K2 und organsisiere Camps und Schulungen. Seit drei Jahren mache ich viel im Bereich Skitouren – ich habe ja in Österreich die Ausbildung zum Skiführer gemacht. Das freut mich sehr, auf diesen Touren genießen wir die perfekte Kombination aus Sport und Naturerlebnis. So wie auf einer schönen MTB-Tour auch. Auch im Bereich Skating-Langlauf habe ich viel gemacht und will ich mich gern noch weiter-entwickeln. Insgesamt ist es wichtig für mich, nicht Stehen-zu-bleiben. Ich gönne mir den Luxus von Weiter- und Fortbidlungen und hoffe, meinen Horizont noch oft zu erweitern: Beim Radeln, Skifahren, Langlaufen und Skitouren. Und außerdem habe ich seit vergangenem Sommer ein neue, sehr kleine Sport-Partnerin und hoffe, viel gemeinsam mit meiner Tochter unternehmen zu können!

Verena Stitzinger auf La Palma

Verena Stitzinger auf La Palma

Danke, Verena Stitzinger, für das Interview. Weiterhin viel Freude und Erfolg bei Deinen vielen Tätigkeiten in und um den Outdoor-/Mountainbikebereich.

Happy Trails